Tisa-Kunstwerk in Dorsten gestohlen

Diebe klauen Bronzetafel vom Jüdischen Friedhof (von DZ Julian Preuß - 08.09.2026)


Eine Bronzetafel, gestaltet von Tisa von der Schulenburg, ist vom Eingang des Jüdischen Friedhofs in Dorsten gestohlen worden. Der Fall erinnert an eine andere Tat.

Eigentlich war der Anlass, weshalb sich am Sonntagvormittag (6.9.) zahlreiche Menschen am Jüdischen Friedhof, dem sogenannten Judenbusch an der Hasselbecke, versammelten, ein freudiger: Am Eingang wurde eine neue Standort-Tafel eingeweiht, die die Geschichte des Friedhofs in Kurzform er-zählt. Doch nachdem Experte Walter Schiffer die Führung über das Gelände mit seinen 27 erhaltenen Grabstellen beendet hatte, nahm dieser freudige Anlass eine unerwartete Wendung.

„Als die meisten Menschen schon weg waren, ist uns aufgefallen, dass eine Bronzetafel von Tisa von der Schulenburg fehlt", sagte Johannes Götte im Nachgang. Der CDU-Ratsherr vertrat Bürgermeister Tobias Stockhoff. An der linken Ziegelsäule, die das große hölzerne Tor hält, sollte die Tafel eigentlich hängen. Zu sehen sind dort allerdings nur noch die entsprechenden Dübellöcher.

Stadt bemüht sich um Reproduktion
Stadtsprecher Ludger Böhne bestätigte am Montag (7.9.), dass die Tafel mit der Aufschrift „Jüdischer Friedhof - dem Gedenken unserer jüdischen Mit-bürger, die in den Jahren 1939-1945 Opfer der Gewaltherrschaft wurden" gestohlen wurde. Weiter erklärte er: „Wir werden entsprechend Anzeige erstatten und uns um eine Reproduktion bemühen."

Die Stadtverwaltung sucht derweil nach Zeugen, die entweder Angaben zum Täter machen oder den Zeitpunkt des Diebstahls eingrenzen können. Hinweise nimmt die Verwaltung per Mail an pressestelle@dorsten.de entgegen.

Der Diebstahl des Bronzekunstwerks erinnert stark an einen Fall vom Mai
2022. Damals hatten Unbekannte eine lebensgroße Jesus-Figur und ein großes Relief aus Bronze vom katholischen Friedhof an der Gladbecker Straße gestohlen.
Dass Bronzediebe auf Dorstener Friedhöfen zuschlagen, geschah in den vergangenen Monaten und Jahren mehrfach - zuletzt Anfang August 2026 in Altendorf-Ulfkotte. Der Kommunale Ordnungsdienst sei für die Problematik sensibilisiert und kontrolliere die Friedhöfe regelmäßig.

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