49. Geschichtsstation zerstört

Enttäuschung an Agathaschule (von DZ: Michael Klein - 04.06.2026)


Mit viel Stolz haben Grundschüler in Dorsten eine Geschichtstafel an ihrer Schule eingeweiht. Jetzt ist die Erinnerungsstätte mutwillig zerstört worden.

Mit großer Bestürzung haben Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Agathaschule in Dorsten am Montagmorgen (1.6.) feststellen müssen, dass ihre Geschichtsstation am Nonnenkamp zerstört wurde.

Unbekannte hatten am Wochenende die Glasscheibe der Station so massiv eingetreten, dass sie nicht mehr repariert werden kann. Neben dem beschädigten Denkmal lagen zahlreiche Scherben alkoholischer Getränke.

Besonders schmerzt die Tat die Schulgemeinschaft, weil die Geschichtsstation weit mehr ist als eine Informationstafel. „Die Kinder fragen sich natürlich, warum etwas kaputt gemacht wird, was doch eigentlich so schön ist und jeder daran mitgearbeitet hat“, schreibt Schulleiterin Klaudia Ulbrich-Heisig. Stellvertretend für alle Schüler stehen Moritz und Maya vor dem zerstörten Sockel – sichtbar enttäuscht über das, was dort passiert ist.

Im Februar 2025 war diese 49. Dorstener Geschichtsstation feierlich eröffnet worden. Mit-Initiator Dr. Josef Ulfkotte, Vorsitzender des Vereins für Orts- und Heimatkunde, sprach damals von einer Einweihung, wie er sie in mehr als zwei Jahrzehnten noch nicht erlebt habe. Die Station erinnert an die wechselvolle Geschichte der Agathaschule und wurde passend zum Namenstag der Heiligen Agatha sowie zum 130-jährigen Bestehen der Schule enthüllt.

Im Rahmen einer Projektwoche hatten die Kinder eigene Beiträge zur Schulgeschichte erarbeitet und in die Station eingebracht. Sie sollte ein Ort des Erinnerns, Lernens und Begegnens sein – offen für alle, die mehr über die Vergangenheit und Gegenwart der Schule erfahren wollten.

Für die Schulleiterin geht der Schaden deshalb weit über das zerstörte Glas hinaus. Eine Schule sei ein Ort der Gemeinschaft und des respektvollen Miteinanders. „Wer Gegenstände zerstört, die anderen gehören und der Gemeinschaft dienen, handelt genau entgegen den Werten, die wir unseren Kindern vermitteln möchten“, betont Ulbrich-Heisig. Zurück bleibt nicht nur ein Sachschaden, sondern auch die Frage, welches Signal ein solches Verhalten an die jüngste Generation sendet. MK

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