Verein für Orts- und Heimatkunde Dorsten e.V.

'Einst und Jetzt' in den Medien

Faltblatt erinnert an Gönnerin der Xantener Stiftsherren

Xanten/Dorsten (RP). Zum Xantener Domjubiläum beleuchtet der Orts- und Heimatkundeverein aus Dorsten die Verbindung zwischen den Städten.

Das Domjubiläum strahlt weit über die Grenzen Xantens aus. So nahm es der Verein für Orts- und Heimatkunde in Dorsten schon im vergangenen Jahr zum Anlass, sich intensiv mit den Beziehungen seiner Heimatstadt mit der Domstadt am Niederrhein zu beschäftigen. Eines der Ergebnisse liegt jetzt im Stiftsmuseum aus: ein Faltblatt mit einer Schilderung der gemeinsamen Geschichte Dorstens und Xantens.

Begründet wurde die Verbindung in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Damals schenkte Imeza, eine Adelige aus Dorsten, den Xantener Stiftsherrn den Oberhof Dorsten, ein großes Anwesen, zu dem 43 kleinere Höfe gehörten. Sie alle hatten Abgaben zu leisten. Noch heute gibt es in Dorsten ein altes Fachwerkhaus, das viele Einheimische als den "Xantener Speicher" kennen. Dort wurden einst die Güter gesammelt, die regelmäßig nach Xanten abgeführt wurden – und zwar bis zur Auflösung des Xantener Stiftes im Jahr 1802.

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Imezas Schenkung soll eine der größten die dem Stift je zufielen – vielleicht die größte überhaupt. Entsprechend hoch hielten die Stiftsherren das Andenken der Edelfrau. Ihren Todestag begingen sie mit einem Festmahl. Und: Imeza bekam ein Grab im Dom. Der Sarkophag wurde in den 1930 Jahren wiederentdeckt. Heute ist er in der Krypta des Doms zu sehen.

Franz Schuknecht, Ehrenmitglied des VOH Dorsten, hat den Text des Faltblattes verfasst, das in einer Auflage von 5000 Exemplaren gedruckt wurde. "Wir wollen die Dorstener auf die Verbindung mit Xanten aufmerksam machen – und umgekehrt auch die Xantener", sagt der Vereinsvorsitzende Josef Ulfkotte. Von Beruf Lehrer, ließ er sich im vergangenen Jahr mit einer Klasse durch den Dom führen. "Ich wartete darauf, dass etwas über Imeza erzählt wird – leider vergeblich." Er hofft, dass das Faltblatt historisch interessierte Xantener – und deren Besucher – anspricht.

Auch beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Dorstener Vereins für Orts- und Heimatkunde war jüngst Xanten ein Thema: Zu hören war ein Vortrag über die Große Viktortracht des Jahres 1464. Damals sei es zum Eklat gekommen, weil die Dorstener hinter den Xantenern und Weselern an dritter Stelle im Prozessionszug antreten sollten. "Beinahe hätte man sich geprügelt, weil die Dorstener der Meinung waren, ihnen stehe die zweite Position direkt nach den Xantenern zu", erzählt Ulfkotte. Der Herzog von Kleve schlichtete den Zwist: Er entschied, dass die Streithähne nebeneinander hinter den Xantenern antreten sollten.

Quelle: http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/xanten/nachrichten/faltblatt-erinnert-an-goennerin-der-xantener-stiftsherren-1.3761764

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