Verein für Orts- und Heimatkunde Dorsten e.V.

Xanten & Dorsten

Xanten und Dorsten sind in mehrfacher Weise historisch miteinander verbunden. Die ersten belegten Verbindungen waren schon zu Zeiten des römischen Kaisers Augustus († 14 n.Chr.), als von Xanten aus zur römischen Eroberung rechtsrheinischer Gebiete eine Vielzahl von Marschlager in Dorsten angelegt wurden. Später erfolgte über die Xantener Verbindung die Christianisierung der Region, dessen die berühmte Heiligenfigur auf der Dorsten-Lembecker Fibel (um 700) und das silberne Preßblechkreuz von Erle (um 700) für das gesamte westliche Westfalen einzigartige Zeugnisse darstellen. Im 11. Jahrhundert folgte die größte Stiftung an das Stift Xanten durch Imeza mit dem Oberhof Dorsten und seinen 369 Unterhöfen der Region. Die Verbindung ist dadurch sogar so stark geworden, daß die Kirche von Dorsten an das Dekanat Xanten angeschlossen wurde und die Dorstener Kirche somit eine einzigartige kirchenrechtliche Xantener Insel in der Erzdiözese Köln wurde; mit den Dekanaten Duisburg und Dortmund drumherum. Erst durch die Französischen Angriffskriege unter Napoleon und die anschließende "Entschädigung" seiner Verbündeten mit dem Territorium und Eigentum der Kirche wurde diese starke Verbindung Dorstens mit Xanten und dem Rheinland gelöst. 1803 fiel Dorsten und das Vest Recklinghausen an den Herzog von Arenberg und 1805 die Kirche von Dorsten an ein vom neuen Machthaber "gewünschtes" neu geschaffenes Offizialat in Recklinghausen, aus dem dann in späterer Zeit das Kreisdekanat Recklinghausen erwuchs.

 

Literaturempfehlungen:

Römer:

W. Ebel-Zepezauer et al., Augusteische Marschlager und Siedlungen des 1. bis 9. Jahrhunderts in Dorsten-Holsterhausen, Bodenaltertümer Westfalens 47

E. Bremer, Die Nutzung des Wasserweges zur Versorgung der römischen Militärlager an der Lippe, Veröffentl. der Altertumskommission für Westfalen Band XII

Frühes Christentum:

A. Hernö, Studien zu frühmittelalterlichen Gräberfeldern im westlichen Westfalen (Bocholt-Lankern, Wulfen-Deuten, Dorsten-Lembeck)

Wilhelm Kohl, Westfälische Geschichte, Bild- und Dokumentarband, S.59

Stiftung Oberhof Dorsten von Imeza an das Stift Xanten:

Ingo Runde, Xanten im frühen und hohen Mittelalter (2003), 376-388.

Einst und Jetzt, Xanten und Dorsten, Ausgabe 8

G. Strotkötter, Der Reichshof Dorsten, Vestische Zeitschrift, Band 8, 8-140

Archidiakonat Xanten und Dekanat Xanten:

Wilhelm Classen, Archidiakonat von Xanten, Germania Sacra

Gewaltsames Ende der Verbindung Xanten und Dorsten:

Eduard Hegel, Geschichte des Erzbistums Köln, Band 4

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