Verein für Orts- und Heimatkunde Dorsten e.V.

Jahrbuch des Kreises Steinfurt 2023

Jahrbuch des Kreises Steinfurt 2023 - Artikel Kein anständiger Nazi


  Hartmut Klein und André Schaper, Viktor Lutze: Kein anständiger Nazi.

Forschung widerlegt Legenden um den SA-Stabschef und sein "Tagebuch"  Jahrzehntelang wurden um den aus Bevergern stammenden ehemaligen SA Führer Viktor Lutze Legenden aufgebaut, die zum Teil heute noch kursieren.  Auch  wurden immer wieder einzelne, aus dem  Zusammenhang gerissene Sätze aus einem von Lutze geführten „Tagebuch“ zitiert,

um Lutze zu entlasten oder ihn als  guten Menschen erscheinen zu lassen.  Dieses „Tagebuch“ war lange Zeit nur wenigen Personen zugänglich, dies hat sich  geändert. Diese „Aufzeichnungen“ von  Viktor Lutze werden demnächst in großen Teilen von Prof. Dr. Daniel Siemens  veröffentlicht. Dazu hielt Daniel Siemens  am 10. November 2021 in Rheine einen  Vortrag vor fast 400 Zuhörern. Die Autoren nehmen dies zum Anlass, um anhand der aktuellen Forschungsergebnisse die  Legenden um Viktor Lutze zu widerlegen.
Viktor Lutze, geboren am 28. Dezember 1890 in Bevergern, besuchte das  Gymnasium in Rheine bis 1907. Im Ersten  Weltkrieg war er Offizier und Kompanieführer. Der NSDAP trat er 1922 bei und  war seit 1923 Mitglied der paramilitärischen Schlägertruppe der NSDAP, der  Sturmabteilung (SA), in der er offenbar  wegen seiner organisatorischen Fähigkeiten schnell aufstieg. Seit 1930 war  er Reichstagsabgeordneter. 1933 wurde  er zunächst zum Polizeipräsidenten von  Hannover berufen, im selben Jahr zum  Oberpräsidenten der Provinz Hannover.
In der „Nacht der langen Messer” vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934, in der Hitler den SA-Chef Röhm sowie viele andere  SA-Führer und eine Reihe von Oppositionellen ermorden ließ, machte Hitler  den ihm ergebenen und blind folgsamen  Viktor Lutze zum Stabschef der SA. Massenwirksam wurde damals schon ein  sehr positives Bild von Lutze geschaffen,  als man ihn beispielsweise als „ersten  Diener der nationalsozialistischen Bewegung“ bezeichnete.1
Am 2. Mai 1943 starb Lutze an den  Folgen eines Verkehrsunfalls in der Nähe  von Potsdam.2 Er wurde in Bevergern  bestattet, wie auch später seine Frau  und seine Kinder. Die immer wieder von  Rechtsradikalen aufgesuchte Grabstätte  außerhalb des Friedhofs ist inzwischen  aufgelassen.
Viktor Lutze begann nach seiner Beförderung 1934, Aufzeichnungen zu erstellen, die allein schon von der äußeren Aufmachung in einem aufwändigen  Lederband offensichtlich auch für die  Nachwelt bestimmt waren. Über abenteuerliche Wege gelangten diese Aufzeichnungen an das Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn, wo sie heute  noch liegen. Lange Zeit waren diese Aufzeichnungen, von ihm selbst „Tagebuch”  genannt, nach dem Willen der Nachkommen von Viktor Lutze nur wenigen  Interessierten zugänglich. Erst Daniel  Siemens, Professor für europäische Geschichte in Newcastle, ist es gelungen,  die Genehmigung dafür zu erhalten,  wesentliche Auszüge aus diesem „Tagebuch” zu veröffentlichen.3
Daniel Siemens kennzeichnet dieses  „Ego-Dokument” von Viktor Lutze mit  den Worten „Rechtfertigung und Selbsterhöhung”. Viktor Lutze musste, auch vor  sich selbst, rechtfertigen, dass er seinen  Vorgesetzten, den SA-Chef Röhm, dem er  eigentlich in soldatischer Kameradschaft  verbunden war, verraten und in blinder  Gefolgschaft zu Hitler mitgeholfen hatte, ihn „ans Messer” zu liefern. Er neigte  in seinen Aufzeichnugen immer wieder  dazu, sich selbst und seine SA zu erhöhen, obwohl die ihm unterstellten Sturmtruppen nicht mehr die herausragende  Rolle spielten, denn nach der „Nacht der  langen Messer“ 1934 trat ein zunehmender Bedeutungsverlust zu Gunsten der  SS ein, auch wenn die SA weiterhin „einer der wichtigsten Aktivposten bei der  Durchsetzung des Parteiwillens“ der NSDAP blieb.4
Lange Zeit wurde von einigen Kreisen auch in Bevergern ein legendenumranktes Bild von Viktor Lutze geschaffen, gepflegt und verteidigt. Oft ist dies  verbunden mit Beleidigungen derer,  die Viktor Lutze kritisch sahen und dies  auch öffentlich machten. Angehörige der  Familie Lutze versuchten immer wieder,  den Namen ihres Verwandten „reinzuwaschen“. Aber auch juristische Mittel,  die die „Verteidiger” von Lutze gegen kritisch Forschende eingesetzt hatten, blieben vergeblich.5
Die lange gepflegte und immer wiederholte Legende besagte, dass Viktor Lutze  ein „anständiger Nazi” gewesen wäre,  der sich auch gegen das Regime gestellt  habe. In seinen Aufzeichnungen behauptete er wiederholt von sich selbst, er habe  einen „ausgeprägten Gerechtigkeitssinn”.  Die Worte „gerecht” und „Gerechtigkeit”  kommen in seinem Tagebuch“ 22 Mal vor.
Dies setzte er mit seinem Verständnis  von „Sozialismus” gleich. „Sozialismus”  bedeutete also für ihn eine „gerechte,  korrekte Behandlung”, was er auch später für die SA propagierte.6 Dies ließ Lutze  allerdings nicht für „Volksfeinde” gelten,  die sich den Nazis nicht bedingungslos  unterwarfen.7


Lutze wäre – so eine Behauptung –  sogar so anständig gewesen und hätte  dafür gesorgt, dass Bernhard Vorsthove, ein Mann aus Bevergern, nach einem  halben Jahr Haft aus dem KZ im Emsland  entlassen worden wäre. Dies ist allerdings nur gerüchteweise überliefert und  nicht zu belegen. Tatsächlich war Lutze  für den Terror in den berüchtigten Lagern mitverantwortlich. Auch in vielen  „wilden Konzentrationslagern“, die 1933  von der SA reichsweit in Kellern oder  Hinterhöfen eingerichtet waren, wurden  Oppositionelle gefoltert und gequält.8
Bald nach der Errichtung der berüchtigten Emslandlager übernahmen SA-Ein-
heiten ab November 1933 diese frühen  Konzentrationslager. Zuvor unterlagen  die Häftlinge dort einer unmenschlichen  Behandlung durch SS-Wachmänner. Dies  gefiel der Führung in Berlin nicht, zumal  es die Unterstützung des Regimes durch  breite Volksschichten gefährden konnte.  Also setzte Hermann Göring als preußischer Ministerpräsident und Innenminister am 16. November 1933 die Ablösung  der Wachmannschaften durch und übertrug die Aufsicht über die Emslandlager  an Viktor Lutze, der am 1. Juli 1933 zum  Oberpräsidenten von Hannover befördert worden war.
„(Schon) am 20. Dezember 1933 fand  jedoch die halbwegs humane Behandlung  der Gefangenen nach einem guten Monat ein rasches Ende. Die SA trat ebenso  gewalttätig auf wie zuvor die SS.“9 Immerhin ging die Zahl der Erschießungen  deutlich zurück von zwölf Häftlingen im  Herbst 1933 auf vier in den ersten Monaten 1934. Lutze war also für die weiterhin  brutale Behandlung der Menschen in den  Emslandlagern unmittelbar verantwortlich.10 Zu erwähnen ist auch, dass Lutze  1940 mithalf, seinen Intimfeind aus Bevergern, den Gelehrten Anton Hilckman,  ins Zuchthaus und später ins Konzentrationslager zu bringen.11
Über den Umgang mit Widerstand  in den von den Deutschen besetzten  Gebieten äußerte sich Lutze so: Zwar  müsse es bei Widerstand gegen die Besatzung das Verfahren vor irgendeinem  Gericht („Standrecht, Volksgericht, Sondergericht”) geben. Aber „wenn für jeden  Deutschen 10 oder 100 oder 1000, ja  10000 Polen gefordert werden, gut, das bestimmt die Staatsräson ...”12
Viktor Lutze hätte – so eine weitere  Erzählweise – früh erkannt, dass Juden  „auch Menschen seien”. Als Beleg dafür  wird angeführt, dass er während seiner  Schulzeit in Rheine bei Nachbarn der jüdischen Familie Rosenberg am Markt gewohnt habe. Daher hätte er das Ehepaar  Rosenberg nach 1933 vor Übergriffen beschützt und diesem auch im August 1941  geholfen, in die USA auszuwandern. Die  Historikerin Gertrud Althoff, seit Jahrzehnten vertraut mit der Geschichte jüdischer Familien in Rheine, hält dies für  ein durch nichts belegtes Gerücht. Beim  Novemberpogrom waren die Wohnräume der Familie Rosenberg ebenso wie  alle anderen schutzlos dem SA-Mob ausgesetzt. Für die Ermöglichung der Ausreise gibt es keinerlei Belege.13
Auch soll Lutze mit den Verbrechen des  Novemberpogroms 1938 im Deutschen  Reich, die überwiegend von SA-Leuten  durchgeführt wurden,14 nichts zu tun gehabt haben. In einem Gerichtsverfahren  wies der renommierte Historiker Richard  J. Evans nach, dass die SA-Führung nicht  nur von den Verbrechen wusste, sondern  dass es Befehlsketten von hohen SAFührern bis in einzelne Orte gab und dass  es undenkbar sei, dass die oberste SAFührung, also Lutze, nichts von diesen  Aktionen gewusst habe.15 Allein in Rheine  kamen durch diese Aktionen zwei Frauen  ums Leben, viele Männer wurden inhaftiert, mehrere Geschäfte wurden geplündert, die Synagoge in Brand gesetzt und  zerstört.
Lutze beschreibt diese Nächte im November 1938 in seinem „Tagebuch” in zynischer Kürze: „Judengeschäfte stillgelegt, Synagogen niedergelegt.” Deutlicher hatte er schon 1936 ausgeführt:  „Der Kampf gegen das Judentum, seine  zersetzende Arbeit an der Kultur, an dem  Wirtschaftsleben und überhaupt an allen Belangen der Nation, vor allem aber  gegen seine internationale, marxistische  Führerclique, ist im Aufgabengebiet der  SA von Anfang an erster Stelle enthalten.  Die SA hat praktisch seit ihrem Bestehen  diesen Kampf geführt ...”16 Im Gegensatz  zu Viktor Lutze äußerte sein Vater August nach dem Pogrom im November  1938: „Dee armen Mensken küennt dor jä  auck nixs föür, datt see Juden sint.“17
Weiterhin wird behauptet, dass Lutze  dem Regime kritisch gegenübergestanden hätte und gegen den Krieg gewesen  wäre. Dies ist aus seinen Aufzeichnungen  nicht zu belegen. Schon vor dem Krieg  hatte Lutze die Kriegsvorbereitungspolitik ohne jede Bedenken unterstützt,  etwa indem er als Hauptaufgabe der SA  die „Wehrerziehung” propagierte,18 oder  als er Danzig im Juli 1939 besuchte und  die dortige SA auf den bevorstehenden  Krieg vorbereitete.19 Selbst Propagandaminister Goebbels erwähnte in seiner  Gedenkrede an Lutze 1943 dessen Anteil  an der Kriegsvorbereitung: „Seine Tätigkeit wirkt schon in das unmittelbare  Kriegsgeschehen hinüber, als er mit der  Führung der SA auch die große Aufgabe  der SA-Wehrerziehung übernimmt.“20
Zu Beginn des deutschen Überfalls  auf die Sowjetunion 1941 äußerte er sich  zwar skeptisch denen gegenüber, die einen schnellen militärischen Erfolg und  somit ein schnelles Ende erwarteten,
aber von der für ihn notwendigen Zielsetzung des Krieges war er fest überzeugt: Es werde „an Nerven und Zeit  vielleicht mehr zugegeben werden müssen als zunächst angenommen wird.  Aber siegen muß der […] Nationalsozialismus über den Bolschewismus und  seine Methoden ...”21


Viktor Lutze gab sich immer sehr  volksnah und verstand sich laut seinen  Aufzeichnungen auch so. Allerdings zeigt  sich, dass Lutze wie viele andere Größen  des NS-Regimes ebenfalls wusste, wie  er sich mit Hilfe seiner Position und seiner Verbindungen bereichern konnte. So  kam er zu dem Privileg, dass er mehrfach  größere Summen als steuerfreie Dotationen Hitlers erhalten hatte – so offenbar  nach der „Nacht der langen Messer” für  seine Ergebenheit und den Verrat sei-
nes Vorgesetzten Röhm an Hitler. Dieses  Geld nutzte er beispielsweise nach 1935  – ganz entgegen der von ihm betonten  „sozialistischen”, auf Gleichbehandlung  abzielenden Haltung – für den Ausbau  seines Saltenhofes auf einem von der  Gemeinde Bevergern überschriebenen  Grundstück. Das veranlasste einen kritischen Geist in Bevergern dazu, vor der  Baustelle ein Schild aufzustellen mit der  Frage „Viktor, wo hast du die 100.000  Mark her?” Als Lutze 1000 Reichsmark  für den Verrat des Autors aussetzte, wurde das Schild ergänzt: „Viktor, wo hast du  die 101.000 Mark her?”22
1939 erhielt Lutze eine Dotation in  Höhe von 154.000 Reichsmark, wiederum steuerfrei. Diese Summe erscheint  heute als sehr gering, doch wenn man  sich vor Augen hält, dass der durch-
schnittliche monatliche Arbeitslohn eines deutschen Arbeiters bei etwa 170  Reichsmark lag, zeigt die Summe sehr  deutlich, wie gering die Volksnähe bei  Größen wie Lutze war.23
Eine weitere Dotation in dieser Höhe  erhielt er von Hitler zu seinem 50. Geburtstag am 28. Dezember 1940: „Er  [Hitler] drückt mir [Lutze] die Hände,  gratuliert und schenkt mir einen Scheck  über 100000 M.[ark] zur eigenen Verwendung ... Dann sprechen wir ca. 10 Minuten unter vier Augen.”24 Mit einem Teil  seines Geldes hatte Viktor Lutze den Bau  des 1941 fertig gestellten Amtshauses in  Bevergern mitfinanziert.25 Ohne Zweifel  haben manche Menschen des armen Ortes durch die Errichtung dieser Großbauten Arbeit bekommen.
Dadurch und durch die von ihm  durchaus gepflegte Nähe zum Volk,  durch seine vergleichsweise leutselige  Art war Viktor Lutze in manchen Kreisen von Bevergern, aber auch weit darüber hinaus beliebter als viele andere  Nazi-Protagonisten, unabhängig davon,  dass auch Lutze selbstverständlich erwartete, dass man ihm auf die übliche  Art huldigte in Form von stundenlangen  SA-Aufmärschen oder mit Banketten,  die zum Teil von einfachen SA-Leuten  bezahlt werden mussten, mit dem üblichen Prunk und Protz.26
Die Haltung des SA-Stabschefs Lutze  der SS gegenüber war durch Konkurrenzdenken geprägt. Dieses Konkurrieren der  verschiedenen Verantwortungsträger  innerhalb des Systems war von Hitler  als polykratische Herrschaftsmethode  nach dem Motto „teile und herrsche“
gewollt. In Lutzes „Tagebuch” liest sich  das so: „Keine Führung. Gegenseitiges  bescheißen, anschwärzen … [Die SS] völlig bevorzugt, völlig Staat außerhalb des  Staates ...”27 Die Behauptung, dass die SS  wegen dieser kritischen Haltung Lutzes  wenige Monate später einen Anschlag  auf diesen verübt habe und es dadurch zu  dem tödlichen Autounfall kam, ist nicht  belegt und wird als weitere Legende  aufgetan. Lutze ließ am 1. Mai 1943 seinen älteren Sohn fahren und das Fahrzeug kam wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Straße ab. Seine Tochter  war auf der Stelle tot. Lutze wurde so  schwer verletzt, dass er am folgenden  Tag verstarb.28
Viele der Legenden um Viktor Lutze  kursieren bis heute. Das Internet gibt die  Möglichkeit, diese weiterhin zu streuen.  So wird das Leben Lutzes stilisiert, ausgeschmückt und apologetisch relativiert.  Einer wissenschaftlichen Überprüfung  halten diese idealisierten Bilder keinesfalls stand. Besonders die Forschungen  von Daniel Siemens zeigen, dass Lutze  ein Hauptprotagonist des nationalsozialistischen Systems war. So war er mitverantwortlich an der Verfestigung des  diktatorischen Systems, der Verfolgung  politischer Oppositioneller und Juden.  Bis zu seinem Tod unterstützte er die  durch Terror, Rassismus, Kriegstreiberei  und Völkermord geprägte Politik der NSDAP über 20 Jahre lang.29

Anmerkungen 1 Orientalische Cigaretten-Compagnie Rosma – Män-
ner im Dritten Reich, Berlin 1934, S. 153
220 Hartmut Klein und André Schaper
Rheine 2 Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich.
Wer war was vor und nach 1945, München 2013, S.  385; Hermann Weiß (Hrsg.): Personenlexikon 19331945, Frankfurt am Main 2003, S. 310
3 Daniel Siemens, Rechtfertigung und Selbsterhöhung  nach der „Nacht der langen Messer“. Die Aufzeichnungen von SA-Stabschef Viktor Lutze, 1934 bis  1943, demnächst in: Vierteljahreszeitschriften für  Zeitgeschichte, hier zitiert nach dem Manuskript
4 D. Siemens, Rechtfertigung …, wie Anm. 3, Zitat: Daniel Siemens, Sturmabteilung. Die Geschichte der SA,  München 2019, S. 444
5 So wurde Catharina Offenberg wegen ihres Beitrags  über Lutze juristisch belangt: Catharina Sophia Offenberg, Viktor Lutze. Mitläufer oder aktiver Mittäter,  in: Unser Kreis 2008. Jahrbuch für den Kreis Steinfurt, S. 219-222
6 hier zitiert nach dem Vortrag von Daniel Siemens am  10. November 2021 in Rheine. Lutze bezog sich dabei  auf den Ersten Weltkrieg.
7 Vgl. Viktor Lutze, Reden an die SA, München 1935 8 zu Vorsthove: Mitteilung von Klaus Offenberg (8. Ja-
nuar 2022) über ein Interview mit Hannelore Vorsthove, Tochter von Bernhard Vorsthove; vgl.: Werner  Jung: Nationalsozialismus. Ein Schnellkurs, Köln  2008, S. 103
9 Dirk Lüerßen, „Wir sind die Moorsoldaten”. Die Insassen der frühen Konzentrationslager im Emsland 1933  bis 1936, Diss. Osnabrück 2001, S. 64
10 vgl.: Sebastian Weitkamp: Brechung des Widerstands  und Machtsicherung des NS-Systems, in: Bernd Faulenbach/Andrea Kaltofen (Hrsg.): Hölle im Moor. Die  Emslandlager 1933-1945, Göttingen 2017, S. 30 ff
11 Gespräch mit Katharina Hilckman 2009, in: Kerstin  Kleinhaus, Anton Hilckman. Ein deutscher Europäer.  Ein Bevergerner widersteht dem Nationalssozialismus, Rheine 2009, S. 5 f. (Besondere Lernleistung am  Kopernikus-Gymnasium Rheine); Michael Kißener, Ut  Omnes Unum Sint. Gründungspersönlichkeiten der  Universität Mainz, Mainz 2005, S. 117 f
12 zitiert aus Lutzes Aufzeichnungen zum Januar 1940,  in: D. Siemens, Rechtfertigung (wie Anm. 3)
13 Gertrud Althoff, Stadtführung zu Orten ehemaligen  jüdischen Lebens in Rheine, Münster 2005, S. 29; Gertrud Althoff, Schreiben an Hartmut Klein, 5. Oktober  2021
14 Wolfgang Benz, Gewalt im November 1938. Die  „Reichskristallnacht“. Initial zum Holocaust, Berlin  2018, S. 90 ff
15 Richard J. Evans: David Irving, Hitler und die Leugnung des Holocaust. Die Manipulation der Tatsa-
Anmerkung zum Foto auf Seite 214 Heinrich Himmler, der „Reichsführer SS“, und Viktor Lutze (direkt dahinter) inspizierten das Konzentrationslager  Dachau am 8. Mai 1936. Quelle: Bundesarchiv, Bild 152-11-12 / CC-BY-SA 3.0
chen: Die Verwicklung der SA in den Pogrom. http:// www.holocaustdenialontrial.com/trial/defense/ evans/430ciiC?view=print (10. Januar 2008)
16 Brief an den „Stürmer“ vom 3. Dezember 1936, zitiert  im Vortrag von D. Siemens 10. November 2021; ähnliche Äußerungen von Lutze: Siemens, Sturmabteilung  (wie Anm. 4), S. 268
17 Engelbert Eiter, Einer protestierte damals unerschrocken: August Lutze, in: Ibbenbürener Volkszeitung  vom 9. November 1982
18 Münsterländische Volkszeitung vom 13. März 1939;  umfassend zu dem Thema: Siemens, Sturmabteilung  (wie Anm. 4), S. 327-333
19 Deutschlandberichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, 6. Jahrgang, 1939, Neudruck 1980,  S. 673-675
20 Münsterländische Volkszeitung vom 5. Mai 1943 21 aus Lutzes Aufzeichnungen Ende Juni 1941, in: D. Sie-
mens, Rechtfertigung (wie Anm. 3) 22 Deutschlandberichte (wie oben), 2. Jahrgang, 1935,
S. 103; Hermann Rosenstengel, Chronik 1914-1950,  in Heinrich Büld (Hrsg.), Rheine a.d. Ems. Chroniken  und Augenzeugenberichte 1430-1950, Rheine 1977,  S. 551; Siemens, Sturmabteilung (wie Anm. 4), S. 222
23 vgl. Gerd R. Ueberschär, Winfried Vogel: Dienen und  Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten, Frankfurt 1999
24 Aufzeichnungen, in: D. Siemens, Rechtfertigung (wie  Anm. 3)
25 Altes Amtshaus Bevergern (Schriftsatz aus dem Archiv des Heimatvereins Bevergern).
26 Beispiele: Rheine: Hermann Rosenstengel, Chronik (wie Anm. 20), S. 484; Stabschef Lutze in Dorsten: Die Lippestadt bereitete ihm einen herzlichen  Empfang, in: Generalanzeiger für das nordwestliche  Industriegebiet vom 23. August 1935 (Stadtarchiv  Dorsten); Aachen: Deutschland-Berichte (wie oben),  3. Jahrgang 1936, S. 855
27 aus den Aufzeichnungen im Februar 1943, in: D. Siemens, Rechtfertigung (wie Anm. 3)
28 Werner Forßmann, Selbstversuch. Erinnerungen eines Chirurgen, Düsseldorf 1972, S. 257-260
29 vgl. auch Michael Klonovsky, Jan von Flocken, Die  NS-Elite tritt ab, in: Focus Nr. 20 (2005)

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